In der therapeutischen Arbeit zeigt sich immer wieder, dass Paare häufig sehr wohl miteinander sprechen, aber dennoch aneinander vorbeireden. Worte werden gesagt, doch das Gemeinte kommt nicht an. Das liegt oft daran, dass Kommunikation in Beziehungen stark emotional geprägt ist. Alte Erfahrungen, Erwartungen und Verletzungen schwingen unbewusst mit und beeinflussen, wie ich die Aussagen meines Gegenübers verstehe, interpretiere und darauf reagiere.
Hinzu kommt, dass viele Menschen nie gelernt haben, über Gefühle, Bedürfnisse oder Unsicherheiten offen zu sprechen. Stattdessen wird kommuniziert, um zu erklären, zu verteidigen oder zu überzeugen. Gerade in angespannten Situationen kann dies dazu führen, dass Gespräche eskalieren oder abgebrochen werden.